In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Die Freiheit der Kunst ist relativ. Als Resultat historischer Kämpfe gegen Adel und Klerus blieb sie in der bürgerlichen Gesellschaft gleichwohl eine gefährdete Freiheit, die Künstler gegen neue ökonomische Abhängigkeiten und Repräsentationsbedürfnisse durchsetzen mussten. Auch heute stellen sich der Freiheitsbehauptung zahlreiche Widrigkeiten entgegen: Die ökonomische und kulturelle Undurchlässigkeit sozialer Milieus beschränkt den Zugang zur Kunst; politische und moralische Repräsentationsbedürfnisse nehmen Einfluss auf ihr Themenspektrum; Förderstrukturen verlangen Berichte und rationalisierte Begründungen, die jedem künstlerischen Überschuss zuwiderlaufen; und viele private Geldgeber wollen am Ende doch nur ein „hübsches“ Bild und belohnen Zeitgeist und Konvention. Von jenen populistischen Stimmen ganz zu schweigen, die gleich jede staatliche Unterstützung von Kultur in Frage stellen, sofern diese nicht „identitätsstiftend und gemeinschaftsbildend“ ist. Kurz: Viele gesellschaftliche Kräfte fordern von der Kunst einen Nutzen. Und womöglich liegt in eben diesem Wust an Anforderungen und ideologischen Zugriffen ein Grund dafür, warum vieles von dem, was wir gerade in Ausstellungen zu sehen bekommen, so überaus langweilig und durchschnittlich erscheint.
Im analytischen Teil des Seminars gehen wir den angesprochenen Bedingungen – unterstützt von entsprechender Lektüre aus Kunstsoziologie, Kunstkritik und Gesellschaftstheorie – auf den Grund. Darüber hinaus wollen wir die Frage diskutieren, wie wir dem künstlerischen Mittelmaß entkommen, zu dem uns solche Verhältnisse verleiten. In welchen Nischen können wir als Künstlerinnen und Künstler andere Qualitätsmaßstäbe artikulieren und diese gegen die Zumutungen der Wirklichkeit behaupten? Dabei geht es nicht zuletzt um die Ideen, Projekte und Vorhaben der Studierenden selbst.
Voraussetzung für das Seminar ist die Bereitschaft zur Lektüre und eine regelmäßige Teilnahme. Das Seminar findet im zweiwöchentlichen Turnus statt und beginnt am 13.11.2026. Weitere Termine sind: 27.11.26, 4.12.26, 18.12.26, 8.1.27, 22.1.27, 5.2.27 und 19.2.2027. Nach Anmeldung sind auch Einzelgespräche möglich.
Credits: 2
Freie Kunst BA/MA
Modul Wahlpflicht – Freie Kunst
Raumstrategien BA/MA
Modul Wahlpflicht – Raumstrategien
Kommunikationsdesign BA/MA
Modul Wahlpflicht – Kommunikationsdesign
Industriedesign BA/MA
Modul Wahlpflicht – Industriedesign
Kunst Lehramt BA
Besonderheiten
Kunst Lehramt MA
Besonderheiten
Wintersemester 2026 / 2027
Freitag, 11:00 – 16:00
13.11.2026
Glasfoyer Verwaltung
Februar 2032