Diätetik
Die Diätetik oder Diätologie ist ein aus dem Griechischen (diaita, dt. Lebensweise) stammender Sammelbegriff, der ursprünglich alle Maßnahmen umfasste, die zur Gesunderhaltung oder Heilung beitragen, sowohl körperlich als auch seelisch, im Sinne einer geregelten Lebensweise. Heute wird der Begriff Diätetik dagegen im Allgemeinen nur noch als Synonym für Ernährungslehre gebraucht.
Bitte begeben Sie sich in Raum 01
Marleen und Ich haben uns über das Projekt unterhalten und sind zu folgendem Ansatz gekommen:
Die Idee ist ein Informationsraum. Man bekommt vom Arzt eine Art Karte, geht damit in den Raum und bekommt dann in ungefilterter geballter Form alle Informationen zu der jeweiligen Entzündungskrankheit geliefert (durchaus auch in chaotischer, überladener Form). Zusätzlich zu den medizinischen Fakten können aus Internetforen diverse Statements/Hausmittel eingestreut werden(Bsp: Bernd1974 empfiehlt: Quark und Zitrone gegen Ausschlag am Arm).
Themengebiete:
- Kommunikation Arzt - Patient (simpler Informationsraum, erschweren der Kommunikation)
- Vertrauensverlust Patient - Arzt (Internetforen)
- Wissenschaft visualisieren (chaotisch - erklärend)
- Gesellschaftskritik? (Alleingelassen mit der Erkenntnis in einem kahlen Raum und viel zu vielen Informationen)
Zusätzlich könnte man noch über eine Art Barcode aus DNA-Sequenzen (http://www.arus-mi.com/Bild1.jpg)) nachdenken, der auf den Karten für den Inforaum steht. Damit kann dann vom Kartenleser die jeweilige Entzündungskrankheit geladen werden und man bräuchte nur einen dieser Informationsräume. (Gesellschaftskritik? Effizienz, Kosteneinsparen auf Kosten der Menschlichkeit)
Die anfängliche Idee eine Schrift zu gestalten, die Entzündungserscheinungen bekommt (je nachdem wie oft die Buchstaben benutzt wurden, Print+DM) kann damit verbunden werden oder in den Barcode mit einfliessen.
Mit Hilfe von Open-Type-Features könnte so eine organische und wandelbare Schrift entstehen, die man ggf. nachträglich verändert oder die sich in der jeweiligen Informationspräsentation verändert (müsste dann über vvvv oder Processing realisiert werden, dynamische Daten, etc.)
Schönen Abend noch.
Man könnte die Patientinteraktion zum Beispiel über eine Art "EyeToy" (Kamera für die PS2, mit der man interaktiv durch Kameraerkennung in Spiele eingreifen kann) realisieren.
Z.B.: WhiteCube mit drei bespielten Seiten (vorne, links, rechts. Hinten wird aus anatomischen Gründen ausgespart). Durch Gesten kann auf den jeweiligen Seiten zum Beispiel ein Schwerpunkt festgelegt werden. Oder alle drei Seiten können zu einem Widescreen vereint werden. Etc.
auch kann der patient an sich beim agieren, lesen, rumstehen gefilmt werden.
die situation, in der sich der patient befindet, hat sehr oft psychische vor- bzw. nachwirkungen. so haben wir ja schon darüber gesprochen, dass einige der entzündungskrankheiten ganz allein auf psychischer-nicht-verarbeitung oÄ beruhen.
was passiert, wenn man den menschen in seiner situation beobachtet? und am ende mithilfe der auswertung eines psychologen feststellen, ob es sich um eine psychischbedingte entzündung handelt. das wäre natürlich nur ein themengebiet, das man dabei bearbeiten könnte. war nur ne idee - hört sich im nachhinein auch komisch an, lass es trotzdem mal stehen…
eigentlich müssten ärzte von vornherein mit psychologen zusammen arbeiten, wenn es um vermeintlich psychisch-bedingte erkrankungen geht. so können schnell irrtümer und falsche medikamente ausgeschlossen werden.
Materialiensammlung
Ich habe einige Materialien gesammelt und schiebe sie in die Materialienliste und den Punkt "Theorie", werde dennoch zu jedem einen kleinen Ausschnitt vorstellen. Textfehler sind auf das OCR-Texterkennungsprogramm zurückzuführen:
/// Thema Rituale in der Medizin ///
[...]
Auch die normale Arztpraxis steckt voller solcher unbewußter Rituale. nachdem sie untergeordneten Hilfskräften ihre Legitimation in Form des Krankenscheins abgeliefert
haben, werden die Patienten durch langes geduldiges Warten ihrem Namen gerecht
gemacht. In einer Atmosphäre der Spannung inmitten von anderen Kranken fiebern sie dem entscheidenden Moment entgegen, wo sie vorgelassen werden. Sie erwarten und fürchten ihn gleichermaßen wie einige 1000 Jahre früher ein Patient die Begegnung
mit Äskulap, dem Gott der Heilung. Endlich zu den Mysterien des Arztes vorgelassen,
erweisen sich diese in der Tat als recht mysteriös. Sinn und Zweck der zur Anwendung
kommenden Gerätschaften bleiben für die Patienten weitgehend im dunklen. Immerhin beruhigt es sie zu sehen, daß ihr Doktor für alle Fälle gerüstet ist, wodurch auch noch die gar nicht zum Einsatz gekommenen Apparate ihren Zweck erfüllen. Der Doktor selbst hat natürlich wenig Zeit, wie sollte er auch bei seiner Wichtigkeit! Allein der Gedanke, ihn, der einem eine Stunde Geduld abverlangte, eine Minute warten zu lassen, ist gänzlich undenkbar. Schließlich richtet er das Wort an die „Geduldigen“ für einen entscheidenden winzigen Moment. Früher wären sie krankgesprochen worden, heute werden sie krankgeschrieben. Gleichzeitig wird auch ein Machtwort über die Krankheit gesprochen. Sie bekommt ihren (Zeit-)Raum und ihre Mittel, danach hat sie zu weichen. Mit der Krankschreibung setzt der Herr Doktor dem Patienten und seinem Symptom kraft seines Amtes eine Frist. Ist sie verstrichen, ist der Betroffene automatisch
wieder gesundgeschrieben. Diese Drohung wird beurkundet (auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), und mit einer zweiten Urkunde wird der Patient dann meist schnell wieder entlassen. Diese ist zweifach verschlüsselt, da einerseits die Schriftzeichen unleserlich, andererseits die Worte und Zeichen aus einer anderen Welt sind. Aber der ebenfalls weißgewandete und damit zur selben Zunft der Eingeweihten gehörende Apotheker entschlüsselt gekonnt das Rezept und händigt die rettenden Tropfen oder Tabletten aus. Das Muster ist so alt wie wirksam.
[...]
Der gesamte Text ist sehr witzig und steckt voller sprachlicher Bilder. Sehr zu empfehlen.
Krankheit als Symbol: Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Bearbeitung, Einlösung; von Ruediger Dahlke (11. Oktober 2007)
/// Thema Infektion und Sprache ///
[...]
Jede Infektion ist ein stofflich gewordener Konflikt. Die in der Psyche gemiedene Auseinandersetzung (mit all ihren Schmerzen und Gefahren) erzwingt sich auf der Körperebene ihre Berechtigung als Entzündung.
[...]
Die Ähnlichkeiten zwischen dem körperlichen Fieber und einer psychischen Erregung sind auffallend genug, so daß wir auch davon reden, einer Sache entgegenzufiebern oder uns in fiebriger Erwartung oder Spannung befinden. So wird uns vor Erregung ganz beiß, unser Herzschlag steigt, man wird ganz rot (sei es Liebe oder Zorn ... ), man schwitzt vor Aufregung und zittert vor Anspannung.
All das ist nicht gerade angenehm - aber gesund. Denn nicht nur Fieber ist gesund, noch gesünder ist die Auseinandersetzung mit Konflikten.
[...]
/// Thema Gesellschaft und Krankheit / Agression als Chance ///
[...]
Im Sinne von Krankheit als Spracbe der Seele ist die Infektion das Symbol eines in den Körper gesunkenen Kriegszustandes, eines Konfliktes zwischen inneren und äußeren Ansprüchen. Sobald wir einem anstehenden Kampf oder einem Konflikt im Bewusstsein keinen Raum geben, muss er sich irgendeinen anderen Platz suchen. Der Körper bietet sich als Bühne an, auf der sich im Bewusstsein nicht gelittene Themen ausdrücken können. Daraus folgt, dass je weniger Auseinandersetzungen im Bewusstsein geführt werden, der Körper desto mehr Kriegssituationen
darzustellen hat.
[...]
Die kompletten Texte und Bücher aus denen ich sie habe, in den PDFs unter "Theorie" links.
Ideen- und Stichwortsammlung 1.seminar
themen:
kommunikationsstörung / komm.wege vereinfachenerschweren arzt-patient, zw. fachrichtungen
vertrauensverlust
körpersprache
"nicht-wissen nicht zugeben", verklausulierung
'altern als krankheit'
entzündung: das körperliche, der schmerz, geräusche, Rhythmik, veränderte wahrnehmung
angriff, äußere konflikte spiegeln sich im inneren wider, unterschwellig,
gesellschaft/körper
hypochonder, 'dr google', medikamente, definition physis-psyche
placebo
physis-psyche, naturwiss. vs geisteswiss.
forschung, messgenauigkeit
information visualisieren, dekonstruktion, rekonstruktion, fragmentierung, verlust der menschlichkeit?
der mensch als maschine, genetik
diskrepanz forschung -> praxis
abstraktion des eigenen leibes: datenströme, anschlüsse,
diskrepanz: körper belastung, druck
elektromagnetische felder, äußere einflüsse, genetische veränderung, genmutationen
'unsichtbarkeit der einflüsse'
krankenhaus: stehend/liegend, entmündigt,
rituale, schamane
esoterik
formate:
mediale illustration, animiert
illustration
spiel für kinder
installation, knotenpunkt im internet
interaktive gen-simulation
"erfahrung"
neurodermitis, vater arzt, zähne, allergie,
Projektbeschreibung
Inflamation at Interfaces: Visuelle Sprache und Kommunikation für das medizinische Forschernetzwerk.
Chronische Entzündungen, ein Zivilisationsphänomen, gehören zu den großen medizinischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Deutschland hat deshalb die Entzündungsforschung zu einem nationalen Forschungsschwerpunkt erklärt und an der CAU Kiel ein Exzellenzcluster zur Entzündungsforschung gegründet.
Dieses Exzellenzcluster hat sich an die Muthesius Kunsthochschule gewendet,
um künstlerische Anregungen für neue Kommunikations- und Vermittlungsansätze zu bekommen.
Das Projekt bietet eine einzigartige Gelegenheit, Einblick in hochaktuelle Forschung zu erhalten
und sich mit der zukunftsträchtigen Sparte der Wissenschaftskommunikation auseinander zu setzen.
Wir wollen uns diesem Thema zunächst sehr offen annähern: Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht der Körper und unserer Umgang mit Krankheit. Was sind die Ursachen einer Entzündung, wie kann man dieses gesellschaftlich tabuisierte Thema neu darstellen? Wie kann die Kunst und das Design die Wissenschaft dabei unterstützen, ihre komplexen Forschungsthemen neu zu vermitteln?
mögliche Internetseiten:
netdoktor …
(wohlbemerkt "netdoktor")
http://www.neurodermitisportal.de/blog/
neurodermitisportal …
neurodermitis …
luft-zum-leben …
gesundheit …
man wird es sich wohl vorstellen können.
zwei weitere Dinge:
ausgang ist sozusagen ein whitecube in dem sich der Patient befindet, bzw. in den er eintritt. in vielen fällen befindet sich patient auch innerlich in einer art whitecube, da er mit den bisherigen infos vom arzt nichts anfangen kann ("fachsimpeln")/ innere unsicherheit. der raum wäre für eine person speziell gedacht, auf die er dann durch die karte abgestimmt wird.
kommt der patient also erst in den whitecube, so ist der effekt der plötzlich steigenden oder geballt auftauchenden informationsüberreizung umso höher. auch haben wir bis jetzt noch nicht bedacht, inwiefern sich der patient in dem raum bewegen und agieren kann. kann oder soll er denn interagieren? schließlich wäre der patient ohne diese möglichkeit letztendlich wieder mit seinen fragen und problemen allein.
23. April 2009 um 20:25 Uhr