Interdisziplinäre Workshopwoche des Forums vom 9. - 13.10.2017

Liebe Studierende,

die nächste Workshopwoche des Forums findet vom 9. - 13.10.2017 statt. Es gibt sechs Workshops aus den Bereichen Industriedesign, Raumstrategien, Kommunikationsdesign und Freier Kunst.

Ab sofort können Sie sich per Email anmelden unter
forum@muthesius.de
Bitte geben Sie ihren Studiengang, Semesterzahl und Telefonnummer an.

Falls bis zum 25.7. für einen Workshop mehr Anmeldungen vorliegen, als Plätze vorhanden sind, wird gelost. Am 25.7. werden dann auch die Zusagen verschickt.

Dieses sind die Workshops:

1. Anna Brag.
Create a fictional character 
and let it become part of a spatial story.
The workshop involves 8-12 participants.
We will work individually and in groups
 to develop spatial concepts and to build a narrative installation based on our made up characters and their intentions.

The workshop aims to find ways to go beyond ingrained work methods and thought and to take part of a collaborative process.

Anna Brag ist eine freie Künstlerin aus Malmö.
http://www.annabrag.se

2. Katrin Warneke
The Product is the Message

Die Gestaltung von visueller Kommunikation, von Produktverpackungen und Räumen im Kontext des Verkaufs von Waren soll Emotionen wecken und positiv berühren beziehungsweise einen »Lifestyle« ansprechen. Absicht ist, Kunden zum Kauf anzuregen und sie dauerhaft an eine Marke zu binden.

Was wäre, wenn die Absicht neu definiert würde: Das Produkt soll tatsächlich vor allem dem Menschen dienen, indem es eine ambitionierte Botschaft überbringt oder zu Handlungen motiviert. Das kann auch dahin führen, dass der Mensch keine Produkte mehr kauft. Ein gestalteter Raum soll einem wirklichen Bedarf dienen, der auch unbequem sein kann und eventuell aus der Komfortzone hinausführt.
Produkte und Räume können mit ganz artfremden Themen aufgeladen werden.

Die Workshopteilnehmer entwickeln im Spannungsfeld von Konsum und echter Herzensbotschaft ein eigenes Produkt- oder Raumkonzept. In Schritt für Schritt methodisch geleiteter Einzel- und Gruppenarbeit werden Themen und Bedarfe definiert, auf die sich die Entwürfe beziehen. Täglich wird dazu ein Vortrag angeboten, der den Entwurfsprozess beflügelt.

(Katrin Warneke entwickelt als Produktdesignerin Marken- und Sortimentskonzepte, überwiegend für Süßwaren. www.design-services.de / www.ks-soul-food-kitchen.de)

3. Katia Fouquet und Jakob Hinrichs
Dies wird ein Workshop, der mit Illustration zu tun haben wird.
Näheres folgt.

4. Angelica Böhm
TRANSMEDIALES ERZÄHLEN:
fantastische Lösungen für aktuelle Umweltprobleme

Der WORKSHOP an der Muthesius Kunsthochschule Kiel erforscht experimentelle Designmethoden im Wechselspiel mit Narration.
Gemeinsam wollen wir eine WELT ERFINDEN. Dafür gibt es seitens der Dozentin knappe dramaturgische Vorgaben zu Ort, Zeit, fiktiven Personen und Handlungsimpuls.

Eine genauere Biografie des Ortes wird Teil der szenografischen Entwicklungsarbeit. Aus der fiktionalen Historie baut sich die zu erfindende Zukunft.
Jeder Teilnehmer wählt eine Location und entwickelt mittels WORLD BUILDING eine eigene Idee dafür. Hier werden die oben genannten dramaturgischen Vorgaben benutzt. Dabei können kleine Geschichten und/oder Designobjekte entstehen. Ob die Umsetzung zeichnerisch, als Modell oder kleinen Filmclip seine Umsetzung findet, kann mit den einzelnen Teilnehmern auf der Basis ihrer Interessen und Talente besprochen werden. TRANSMEDIALES ERZÄHLEN bedeutet für uns, dass die gleiche Geschichte in verschiedenen Medien transportiert und weitererzählt wird. Die Ergebnisse sind durch den gemeinsamen dramaturgischen Hintergrund miteinander verbunden und können Teil einer Gemeinschaftsausstellung werden.

Der Arbeitstitel lautet: Hilfe aus dem Eisberg oder Pipilotta 007.

Inhalt:
Eine Superheldin wird in Einsatzgebiete gerufen, die realistische Umweltprobleme wie z.B. den Garbage Patch zum Inhalt haben.

Sie ist sehr erfindungsreich und kann Super-Maschinen entwickeln. Ihr Zuhause ist ein zur Erfinderwerkstatt ausgebauter Eisberg, der ursprünglich zum FORGOTTEN PLACE OF FUN AND RESEARCH gehört.

Die Geschichten sollen Tiefe (Fakten) und Leichtigkeit (Fantasie&Humor) haben. Sie berühren eine andere Ebene als Infotainment.

Ziel: Co-Creation, Expertenwissen und Fantasie verbinden um Neuroplastizität und Fokussierung für echte Lösungen anzuregen. Mit spielerischen Mitteln, Humor und Abenteuer positive Effekte wünschenswert und vorstellbar machen sowie eine lebendige multidimensionale Ahnung von beschreitbaren Wegen in die Welt stellen.

Angelica Böhm ist Professorin im Studiengang Szenografie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.

5. Friederike Schäfer / Sabine Hansmann / Mary Copple
„Bewegungsräume“
Rahmen:
Der Workshop ist zwischen Theorie und Praxis angesiedelt. Die Idee fußt auf einer 'Bewegungsforschung', die komplexe Interaktionen zwischen menschlichem Körper und Formen der Entwurfstätigkeit in Zusammenhang bringt: sinnliche Erfahrungen, Handlungen, Bewegungen und darin entstehende Relationen werden zum Ausgangspunkt erklärt. Raum sowohl als Entwurfsinhalt als auch als Arbeitsumgebung wird darin nicht statisch, sondern als eine aktive und prozessuale Beziehung von Mensch und Welt betrachtet. Im Zentrum steht somit das Wechselspiel von Gestaltung, Wahrnehmung, Erfahrung und Wissen.
Fragestellung:
Wie kann Bewegungsforschung Anhaltspunkte und Anregungen für das Entwerfen im Gestaltungskontext (Design und Szenografie) und in der freien künstlerischen Arbeit liefern?
Historischer Hintergrund:
Zu den Pionieren der Bewegungsforschung zählen insbesondere Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer, László Moholy-Nagy und Rudolf von Laban. (Hermann Muthesius, der Bautypologien anhand der Kategorie der Bewegungsfreiheit unterschied, kann als einer der Vorreiter betrachtet werden.)
Zu den Errungenschaften innerhalb der Bewegungsforschung zählen die Entwicklung von Wegediagrammen, die Inszenierung des "Haus[es] als Weg und Platz“ (Oskar Strnad und Josef Frank), Ausstellungsarchitekturen der Raumbühne und Raumstadt (Friedrich Kiesler), die Rampe im Konzept der „promenade architecturale“ (Le Corbusier) oder die „oblique condition“ (Claude Parent und Paul Virlio).
Durchführung:
In der Durchführung wird, aus praktischer wie auch theoretisch historischer Perspektive, das heterogene Feld empirischer, theoretischer und praxisbezogener Ansätze bearbeitet. Dazu werden eine Geisteswissenschaftlerin und eine Architektin – unterstützt von einer Tänzerin, die an drei Tagen Bewegungsübungen anleitet – den Workshop abhalten und einerseits historische Höhepunkte nachzeichnen wie andererseits neue Formen der Bewegung erproben.
Sabine Hansmann studierte Architektur an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie der Tokyo University of the Arts. Während und nach dem Studium arbeitete sie in verschiedenen Architekturbüros und als freie Mitarbeiterin der deutschen Fachzeitschrift ARCH+. Seit Juni 2013 ist sie Research Associate und seit November 2016 Research Fellow am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor der Humboldt-Universität zu Berlin. Hier befasst sie sich unter anderem im Rahmen ihres Dissertationsprojektes mit offenen und dynamischen Raumstrukturen und Prozessen, die über das architektonische Objekt hinausweisen. Im Jahr 2016 entwickelte und leitete sie das Projekt Raummaschine, eine kinetische Rauminstallation, für die Ausstellung +ultra. gestaltung schafft wissen im Martin-Gropius-Bau Berlin (Sept. 2016 - Januar 2017).
Derzeit ist sie Visiting Researcher am Manchester Architecture Research Group (MARG) an der University of Manchester.

Friederike Schäfer ist Kunsthistorikerin und schließt derzeit ihr Dissertationsprojekt „Claiming Spaces. On the Artistic Production of Places in Flux“ am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor der Humboldt-Universität zu Berlin ab. Von 2013-2016 war sie dort Research Fellow im Basisprojekt „Mobile Räume“ und ist seit 2017 Mitglied der Projektgruppe „Exploring the Motion Space. An Interdisciplinary Curriculum“. Für ihre Dissertation hat sie u.a. ein mehrmonatiges Forschungsstipendium des Bard Graduate Center (NYC) erhalten.
Bevor sie in den wissenschaftlichen Kontext zurückgekehrt ist, hat sie, im Anschluss an ihr Studium der Kunstgeschichte und Nordamerikastudien in Berlin (FU) und Seattle (UoW), u.a. an den KW Institute for Contemporary Art, Berlin, für das internationale Ausstellungsprojekt „re.act.feminism #2 – a performing archive“ und bei der dOCUMENTA (13) gearbeitet sowie als Co-Kuratorin das interdisziplinäre Forschungs- und Ausstellungsprojekt »Das Schwarm-Prinzip. Performative und politische Schwärme in der Kunst« entwickelt und umgesetzt (NGBK, Berlin und Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg). Sie lebt und arbeitet seit 2002 in Berlin.

Mary Copple ist Tänzerin.

6. Tilmann Meyer-Faje
Ziellos auf den Punkt kommen
Eine interdisziplinäre Betrachtung von Keramik

Wir werden in die Keramikwerkstatt gehen und uns umsehen wie dort gearbeitet wird.
Wir sind naive Betrachter und haben zum Teil keine Vorkenntnisse von den hier angewendeten Werkzeugen und Materialien. Eigentlich beginnen wir erstmal damit nichts zu tun und sobald wir etwas tun sollte es keinen Sinn ergeben. Wir beginnen also möglichst ergebnisoffen und schaun wohin uns das führt.
Das Ziel dieses Workshops ist eine Selbstbetrachtung vor zu nehmen. Gemeinsam verfolgen wir den Prozess
vom absoluten Nullpunkt vor dem Entstehen einer Idee bis zur proffessionellen Umsetzung. Da Ton eine sehr komplexe Materie darstellt und dessen Bearbeitung sehr zeitintensiv ist eignet er sich für sich für dieses Experiment besonders gut weil wir sofort mit allen denkbaren Dilemmas konfrontiert werden. Zur dessen Lösung sind alle Mittel und Medien erlaubt. Ich wünsche mir das sich Teams bilden in denen verschiedene technische Fähigkeiten zur Anwendung kommen, Film, Text, Musik, Keramik... alles ist denkbar. Herrauskommen soll eine Präsentation in Form eines Films, Intervention, Installation oder Performance die auch an einem anderen Ort gezeigt werden kann. Unabhängig von den Mitteln die wir einsetzen geht es darum mit unserer Vorführung Informationen zu vermitteln die etwas aussagen über die Eigenschaften oder den Arbeitsprozess mit Ton. So wie zum Beispiel in der Porzellanindustrie mit einem Hämmerchen an Tassen ein Klang erzeugt wird um mittels Gehör die Dichte des Materials zu kontrolieren. Abhängig von den Teilnehmern ist die Sprache des Workshops Deutsch oder Englisch. Eventuelle Textbeiträge sollten jedoch in Englisch verfasst werden um eine Präsentation im Ausland zu ermöglichen. Der Workshop steht für Teilnehmer aus allen Studiengängen offen.

Tilmann Meyer Faje (1971) is a Dutch/German artist who works and lives in Amsterdam where he graduated in 2000 from the Gerrit Rietveld Academy and Sandberg Institute in 2004. In his work he focuses the failure of industrial processes. With his ceramic sculptures, he replicates contemporary constructions from our highly developed civilization and anticipates their decay. During the modelling, clay changes its consitence permanently, possibly due to temperature, moisture or weight - a process in which potentials he is highly interested. He builds structures while they thumble down from their own weight. For his failure experiments the artist often uses the shape of ships in analogy to what happens with us at the moment in the world. A big part of our consumption leans on transport with ships. People are still living on it, risking there live in nature, ships once break ore become dismantled. Mainly they end up on an Indian beach. When a construction become dismantled its characteristics shows up again. His first boat with broken hulk "Seelenverkäufer" is recently aquired to the collection of Stedelijk Museum in Den Bosch. Beside modelling sculptures he produces video animations with collapsing clay structures.
Tilmann worked three times as resident at the European Ceramic work centre Sundaymorning@ekwc in the Netherlands. In 2011 he staged there a manufactory for soviet tower blocks.

Fragen gerne an mich.
Viele Grüße
Maike Schulken

18. Juli 2017 um 17:07 Uhr
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